Kapitel 22: Zeitraum zwischen dem Tag (Sonntag, den 21.02.2016) in dem mir ein falsches Geständnis abgepresst wurde und dem dritten Verhandlungstag (Mittwoch, den 24.02.2016) in dem unser falsches Geständnis auf seinen Wahrheitsgehalt nicht überprüft wurde

“Mut heißt: von vornherein wissen, dass man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf – ganz gleich, um was es geht – aufnehmen und ihn durchstehen.“ – Harper Lee

So wie ich es in Kapitel 21 beschrieben habe, die drohende Haftstrafe hat mich zum falschen Geständnis bewogen – obwohl wir vollkommen unschuldig waren. Der Inhalt des 22 Kapitels wie im Überschrift schon beschrieben ist, beschäftigt sich mit den Ereignissen, die sich während der drei Tagen vor dem dritten Verhandlungstag abspielten und entwickelten. Dies ist relevant, um zu verstehen, warum wir dem erpresserischen Deal zugestimmt haben und  nicht mit aller Kraft versucht haben, es zu verhindern.

Ich möchte zeigen, in welcher Lage wir waren und was wir noch unternommen haben. Ich glaube, ich brauche hier auch zu schildern was wir gefühlt haben in dieser schrecklichen Situation. Nicht um Mitleid zu erwecken, sondern um zu zeigen, wie unzumutbar eine solche kriminelle Situation für unschuldige Menschen ist.

22.1     Schwerwiegende Folgen der Nötigung zum falschen Geständnis.

Nach über zwei Stunden verließ ich völlig fertig seine Kanzlei. Es war ein relativ milder Frühnachmittag für Februar, im Pasinger Park blühten großflächig die Krokusse. Ich fühlte sehr schwach und vor allem leer, als hätte ich Blut gespendet und wurde nur von Willenskraft angetrieben. Meine Gedanken überschlugen sich in meinem Kopf ungebremst und bekämpfen sich gegenseitig. Was soll ich machen und wie soll ich das überhaupt alles schaffen? Was ist jetzt wichtiger?

Am Hauptbahnhof bin ich so langsam auf die U-Bahn zugelaufen, weil mir die Kraft fehlte, dass sie ohne mich losgefahren ist. Ich saß und hatte Zeit zum Denken. Und dachte an meine Frau. Ich wusste nicht, was ich meiner Frau Kinga sagen sollte. Es gibt keine Geheimnisse zwischen uns und ich wollte keine Geheimnisse zwischen uns haben. Das Problem ist, dass ich es ihr nicht logisch erklären konnte, auf eine Weise, dass das erpresstes Deal verständlich klingt. Kinga hatte mir mehrfach geraten, den Anwalt zu wechseln, weil ich mich nicht richtig vertreten fühlte (Siehe Abschnitt 6.8 und 9.8). Ihre Intuition hatte ihr schon im Frühling 2015 gesagt, dass irgendetwas mit RA Mark NIBBE nicht stimmte, aber ich zu sehr verblendet war, um zu begreifen, was wirklich vor sich ging. „Es tut mir leid für den NIBBE“ oder „Es war meine Schuld, dass ich ihm vertraut hatte“ – das war jetzt zu wenig. Wirklich.

Ich musste es aber erst mal für mich verstehen: Schon nach 2011 unsere Rechte wurden widerrechtlich enteignet. Als wir beide noch nicht vorbestraft waren, mussten wir wirklich genug Demütigungen, Verhetzungen, Zurückweisungen, Verdrehungen, Verleumdungen und körperlichen Gewalt über uns ergehen lassen (Siehe Abschnitt 1.1). Es ging uns so, wie den Juden damals zu Hitlerzeit. Ich befürchtete, dass es bestimmt noch schlimmer wird und meine Familie nach der offiziellen Verurteilung möglicherweise schon in nächster Zeit bei jeder Gelegenheit zu jagdbarem Wild per Gesetzt erklärt wird.

Wie kann man damit leben? Ein verurteilter Polacke, wie z. B. ich oder meine Frau stellt gerade sich für einen „Polizisten“ wie PHM Axel SCHLÜTER einen extrem hohen Reiz dar, denn der Beutetrieb wird bei „kriminellem“ Polacke besonders angesprochen. Ich wollte eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder.

Als ich nach Hause gekommen bin, habe ich meine Frau weidend mit dem Kopf in den Händen auf der Couch vorgefunden. Sie wirkte erschöpft, und ihr Gesichtsausdruck signalisierte mir, dass sie hat lange geweint, ihre Augen waren rot und geschwollen. Sie wollte mich zunächst nicht mehr sehen und hören. Als ich erzählte, wovon ich mit dem RA NIBBE geredet hatte, war sie nicht mehr zu beruhigen.

Warum das so war, verstand sie nicht. Sie konnte sogar nicht nachvollziehen, warum sie am ersten und zweiten Verhandlungstag vor Gericht stand. Sie sollte verurteilt werden, weil sie ihre Kinder im Babyalter vor Angreiferin schützen wollte. Vor Angreiferin, die den Mittäter Siegfried VOGT zu dem Überfall am 15.04.2013 angestiftet hatte. Folge: Siegfried VOGT schubste meine Ehefrau ohne Rücksicht auf ihren Babybauch brutal an die Wand, so das sie auf den Boden fiel. Kinga war so verletzt/erschrocken von dem Überfall, dass sie eine Frühgeburt erlitten hatte mit vielen nachteiligen Folgen für das Baby.

Das war nicht normal. Das war einfach krank, was hier abging.

Wie die Justiz tickt, habe ich rund um Mollath, Wulff, Kulaç, Kachelmann, Rupp, etc. erfahren. Leider konnte ich mein Wissen nicht so einfach weitergeben, ich konnte ihr nicht erklären, warum dies nun gerade geschieht oder eben etwas nicht geschieht. Kinga erlebt die Welt so, wie sie sie konkret und verständlich wahrnahm, Interpretation der juristischen Intrige war nicht ihre Sache. In ihren Augen war ich auch ein Verräter… Wegen meiner Erschöpfung und Benommenheit war ich unfähig sehr lang meine Frau zu beruhigen. Unsere Kinder bekamen erneut alles mit.

Ich versprach ihr, dass ich alles tun würde, um uns aus dieser aussichtslosen und erschütterten Lage zu befreien und das alles Böse rückgängig zu machen. Aus diesem Grund blieb mir nichts anderes übrig, als die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragen und/oder an die Öffentlichkeit zu gehen.

22.2     Kontakt mit dem Anwalt Franz J. Erlmeier.

Am Montag, den 22.02.2016 habe ich telefonischen Kontakt mit dem Anwalt meiner Frau Franz J. Erlmeier aufgenommen, um Rat wegen des bevorstehenden Deals zu erhalten und um evtl. von ihm Hilfe zu bekommen. Ich schilderte ihm kurz, was sich am Sonntag in der NIBBEs Kanzlei ereignet hatte.

RA Erlmeier hatte selbst nichts zu erzählen, anscheinend mit der Richterin Dr. Tauscher oder mit dem RA Mark NIBBE hatte er gar keinen Kontakt gehabt. Leider bekam ich keine Antwort, die mich voran gebracht hätte. Stattdessen warnte er mich, dass das Strafgericht in München relativ schnell eine über zwei Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung verhängen könnte. RA Erlmeier versprach mir aber, dass er am Mittwoch für meine Frau aussagen wird und ihre Rechte verteidigen. Hervorzuheben ist: Er hat seine Versprechen gewissenhaft gehalten (Siehe Abschnitt 23.4.2 und 23.7.2) – das war ein bisschen zu wenig, jedenfalls für meine Frau.

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass meine Frau Kinga von Rechtsanwalt Franz J. Erlmeier schlecht vertreten wurde, aber ich möchte die damalige Situation gut aufzuzeigen. Wir suchten damals dringend nach einer Hilfe, für eine für uns neue Notsituation die uns bedroht, aber leider bekamen wir keine Hilfe. Aber warum? Hatte er Angst vor dem Prof. Wolfgang EISENMENGER? Das wäre verständlich.

Es ist kompliziert, so viel ist sicher: Weil der Erstkontakt aus meiner Sicht wirklich nicht optimal verlaufen war (Siehe Abschnitt 7.9), war ich später zu scheu, um uns von ihm im Zwischenverfahren professionell beraten zu lassen. Ich bereue es sogar sehr, weil es eine falsche Entscheidung war und wir uns nur auf den obskuren Parteiverräter Mark NIBBE verlassen mussten.

Anderseits denke ich, war ich einfach zu blind, um die Wahrheit zu erkennen und es war auf jeden Fall sehr schwer für RA Erlmeier mir zu verstehen zu geben, dass ich dem RA NIBBE besser nicht hören sollte. Und nach dem zweiten Verhandlungstag, angesichts der neuen Ausgangslage war es möglicherweise zu spät, um etwas ändern zu können.

22.3     Hallo, hallo! Hier spricht Berlin.

Am Sonntag, den 21.02.2016 hatte Mark NIBBE mir versprochen, mit mir am Montag, den 22.02.2016 zu telefonieren (Siehe Abschnitt 21.14). Ich musste sicher sein, wenn ich ein falsches Geständnis am dritten Verhandlungstag liefere aber der Staatsanwalt SOHN eine Verhängung einer Freiheitsstrafe trotzdem fordern wird, dass die Richterin Dr. Ines Tauscher dann eine solche nicht verhängen wird. Weil RA NIBBE sich nicht meldete, rief ich dann also am Spätnachmittag in seiner Kanzlei an und dort bestätigte mir seine Anwaltsgehilfin, dass er mich zurück anrufen wird.

Tatsächlich rief mich NIBBE nach einer halben Stunde per Handy später zurück an und teilte mir mit, dass er gerade mit der Richterin Dr. Tauscher gesprochen hatte und versicherte mir, dass unter Einhaltung der Bestimmungen dieser Vereinbarung, können wir uns auf sie und ihre richterliche Autorität verlassen. Aber das war für uns zu wenig, wir hatten andere Sorgen.

22.3.1  Smaluchs Ausreise vor dem dritten Verhandlungstag.

Das Thema wurde von mir bereits am Sonntag, den 21.02.2016 nur kurz angesprochen (Siehe Abschnitt 21.2), weil der eigentliche Grund des Gesprächs war natürlich ein anderer. Ich erklärte ihm noch mal, dass die Eheleute SMALUCH am Samstag, den 20.02.2016, weggefahren waren (Siehe Abschnitt 19.4) und wir fürchten das Schlimmste für uns: Die SMALUCH würden erst zurückkehren, wenn wir schon im Knast sitzen werden. Ich fragte NIBBE wieder und wieder was sie eigentlich vorhaben.

Mark NIBBE aber sagte nur, dass ihre Anwesenheit am dritten Verhandlungstag nicht erforderlich ist. Er sprach mit mir, so als ob es das normalste auf der Welt wäre und als ob ich total blöd wäre und nicht wüsste, was das bedeutet… Dazu sagte er wie immer, dass die SMALUCH haben ja mehr Angst als wir vor denen.

Klar, dass Roman SMALUCH Angst hatte. Und zwar zurecht. Ja, er hat unschuldige Menschen angegriffen, verletzt und danach angeschwärzt. Und zum Schluss sollen die ahnungslose Opfer auch noch finanziell abgezockt werden. Nicht hingehen! Roman wusste, dass noch am Mittwoch nicht befangener Anwalt Franz J. Erlmeier kommen wird. Hektik pur, ständiges Nachfragen und Nerven. Nichts durfte schiefgehen. Und Frau Grazyna SMALUCH? Sie hat keine Ängste etwas falsch zu machen, ihr Gehirn ist so gebaut. Gefühle vortäuschen, um bestimmte Absichten zu verfolgen und die naiven Menschen wie NIBBE zu überzeugen, sie kann aber hervorragend.

22.3.2  Neue Infos über Prof. Wolfgang EISENMENGER.

Am 21.02.2016 hatte ich alles getan, was ich konnte, um den sog. Rechtsanwalt Mark NIBBE zur Einlegung der Berufung zu bewegen. Doch NIBBE hatte sich stur gestellt und behauptet hatte, dass der Prof. Wolfgang EISENMENGER der beste Gerichtsmediziner in Deutschland ist und wird sich niemand finden, der seine ärztliche Stellungnahme erfolgreich anzweifeln wird (Siehe Abschnitt 21.10). Durch Recherche im Internet habe ich am Sonntag herausgefunden, dass Prof. EISENMENGER sich schon einmal erheblich geirrt hatte [034] [229] und in einem anderen interessanten Fall als Gutachter [053] von der Kanzlei Dr. Klüver, Dr. Klass, Zimpel & Kollegen beauftragt war und zu einem ganz anderen Ergebnis gelangt war, als zuvor die Ärzte der renommierten Haunerschen Kinderklinik [054].

Ich habe den RA NIBBE über meine Recherchen informiert. Doch er sagt mir, dass der Prof. EISENMENGER der Beste ist und irrt sich wohl am wenigsten. NIBBE wiederholte , dass er Richterin Dr. Tauscher gesprochen hatte und fragte mich, warum ich auf einmal die Vereinbarung kaputt machen möchte… Er sprach mit mir in einem strafenden Ton, als ob ich tatsächlich dem erpresserischen Deal freiwillig zugestimmt hätte und jetzt die Vereinbarung nicht mehr einhalten wolle. Ich meine sogar, eine gewisse schwere Empörung bei ihm erkannt zu haben.

Nichts bewegte sich mehr. War ja doch nichts mehr zu machen. Das war mein letzter Versuch, was zu retten. Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.

22.3.3  Der versprochene, aber nicht eingehaltene Kontakt zum Rechtsanwalt Franz J. Erlmeier.

Mark NIBBE hatte mir am Sonntag versprochen, dass er mit dem Kingas Anwalt Franz J. Erlmeier am Montag „aus Berlin“ reden wird (Siehe Abschnitt 21.14). Ich erinnerte ihn daran, was er mir zugesichert hatte. NIBBE sagte mir daraufhin, dass er mit ihm erst reden wird. An etwas anderes hatte ich nicht gedacht. Nur Täuschungen, Verschleierungen und leere Versprechungen. Ob NIBBE tatsächlich mit dem RA Erlmeier gesprochen hat, ist sehr fraglich, weil RA Erlmeier mit ihm am dritten Verhandlungstag nichts zu tun haben wollte (Siehe Abschnitt 23.1.1 und 23.8.1).

22.4     Das P-Konto als Schutz vor Kontopfändung.

Im Urteil vom 24.02.2016 fand sich unter anderem die folgende Passage: „…und sich zur Schmerzensgeldzahlung trotz seiner äußerst beschränkten finanziellen Verhältnisse bereit erklärt hat.“ Im Strafurteil wurde uns als Bewährungsauflage auferlegt, aus dem bzw. überwiegend nicht-pfändbaren Teil unseres Einkommens, also Arbeitslosengeld 2 sog. „Hartz IV“ dennoch monatlich 100 € zu zahlen (Siehe Unterlage 140).

Am dritten Verhandlungstag, am 24.02.2016 haben wir den Schmerzensgeldzahlungen an das angebliche Opfer nicht zugestimmt, vor allem, weil wir selbst auf unsere geringe Zahlungsströme achten müssen. Niemand hat uns in dieser Angelegenheit nach unserer Meinung gefragt, nur der Kingas Anwalt Franz J. Erlmeier protestierte gegen die Höhe des „Schmerzensgeldes“ (Siehe Abschnitt 23.7.2).

Kurz vorweg: Bevor die Bewährungsauflage in Höhe von 3600 Euro am 24.02.2016 ausgesprochen wurde, wusste ich gar nicht, dass es so etwas wie finanzielle Bewährungsauflage gibt und ich dachte, dass die Opfer bzw. angebliche Opfer müssen sich ihr Recht auf finanzielle Entschädigung bzw. ihr Unrecht auf die finanzielle Belohnung der Straftat im Zivilprozess erkämpfen. Auch am Sonntag, am 21.02.2016, als ich von Mark NIBBE erpresst wurde, erfuhr ich auch nichts davon (Siehe Abschnitt 21.13).

Weil ungefähr vor 15 Jahren, ein Bekannter meiner Familie in meinem Herkunftsland einen zivilen Prozess verloren hatte und kurz darauf sein Girokonto durch einen Gerichtsvollzieher völlig leergeräumt war, hatte ich Sorgen, dass so etwas auch bei uns zutreffen könnte. Ich hatte keine Ahnung, dass es eine Vollstreckung noch mehrere Monate oder sogar Jahre dauern könnte. Ich machte mich gleich am Montag, den 22.02.2016 hektisch auf den Weg in die Bank um die Formalitäten zu erledigen (Siehe Unterlage 137), statt mich um die wichtigen Prioritäten kümmern.

Meine überschnelle Handlung war die Folge der Unwissenheit und Existenzbedrohung, aber zeigt aber, dass wir das angebliche Opfer; Frauenschläger Roman SMALUCH in keinem Fall finanziell unterstützen wollten!

22.5     Angst vor dem Knast.

Ich hatte Angst um mich selbst und um meine Frau und Kinder, ich wusste, dass während meines Aufenthalts im Gefängnis meine Frau Kinga mit Kindern, wird weiter von der Frau SMALUCH gemobbt und attackiert. Ich werde nicht verbergen, dass ich hatte Angst um mich selbst, dass ich mit meiner schwachen Gesundheit da lebend nicht mehr rauskomme. Ich befürchte nun, dass der Staatsanwalt SOHN und insb. die Anwältin des SMALUCHs WEINMANN gestützt auf ein mündliches Gutachten von Prof. EISENMENGER, beide härtere Strafen als 2 Jahre fordern werden. Und eine Aussetzung des Vollzugs der Freiheitsstrafe zur Bewährung kommt nach dem Strafgesetzbuch nur bei Strafen bis zu zwei Jahren in Betracht [113]. Würde die Strafe über dieses Mindestmaß hinausgehen, war klar, dass ich, der nicht vorbestrafte Familienvater ins Gefängnis gehen musste.

Und wenn das alles hier nicht läuft, so, wie Mark NIBBE es sich ausgedacht hatte, geht ich jetzt in den Knast. Ich vertraute NIBBE aber nicht, soviel war ich sicher! Mein Vertrauen in seine Fähigkeiten als Anwalt war spätestens am zweiten Verhandlungstag, vor dem erpresserischen Deal also, bis in die Grundfesten erschüttert.

Ich hatte demnach gute Gründe, dem Anwalt NIBBE zu misstrauen. Ich wusste auch, wenn die Nebenklage und Anklage ihr Ziel am dritten Verhandlungstag erreichen wollen, dann werden sie es auch erreichen und können sie nicht scheitern, denn NIBBE ähnlich wie am zweiten Verhandlungstag nichts tun wird, um mich vor dem Knast zu bewahren. Dass es der Nebenklage vordergründig um das Geld ging (Siehe Abschnitt 23.7), sollte uns bis den dritten Verhandlungstag verborgen bleiben.

Innerlich stellte mich ich desto auf alles ein. Wir hatten das Gefühl des Ausgeliefertseins. Und ich ängstigte mich schon, da ich dem Druck nicht mehr länger standhalten werden kann und meine Frau und ich fühlten uns wie gejagtes Wild in die Ecke gedrängt. Es war eine Grenzsituation. Ich bekam richtig Bauchweh und hatte wegen Ängsten eine Zeitlang einen akuten Durchfall, was ich normalerweise nicht habe. Ich nahm eine Tasche und packte meine Zahnbürste, Zahnpasta und ein Satz Unterwäsche zum Wechseln hinein, die täglich gewaschen werden sollte. Und ein dickes Buch von Boris Pasternak zu lesen… Als wir unsere Wohnung am dritten Verhandlungstag verlassen haben, habe ich von meinen Kindern lange und intensiv verabschiedet, so als ich meine kleinen Schätze niemals wiedersehen würde.

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