Kapitel 15: Zweiter Tag des Prozesses am 18.02.2016. Die Aussage der Belastungszeugen Smaluch

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer die Wahrheit kennt und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“ – Bertolt Brecht

Das Kapitel 15 enthält eine detailreiche Beschreibung der Aussage der beiden Belastungszeugen SMALUCH und ihre Befragung zur Sache durch Kinga Klotzmans Anwalt Franz J. Erlmeier. Und was alles dazwischen kam oder schief gelaufen ist.

Die Aussage von Herrn Roman SMALUCH war stellenweise so absonderlich und widersprüchlich, dass der befangene Staatsanwalt SOHN und die Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN mussten ihm mit billigen, aber standhaften Argumentationen immer wieder aus der Klemme helfen um ihn weiter zu bringen. Der Parteiverräter NIBBE stellte natürlich keine Fragen an die Belastungszeugen. Niemand fragte den „Geschädigten“ Roman SMALUCH, warum er meine Frau Kinga geschlagen hatte. Niemand fragte die Belastungszeugin Grazyna SMALUCH ob sie zuvor am 07.11.2013 und 10.11.2013 meine Frau im Aufzug tätlich angegriffen hatte. Die ganze Aktion war an Willkür und Befangenheit nicht mehr zu überbieten.

15.1     Die Aussage des Nebenklägers Roman Smaluch.

Nun wurde der Nebenkläger, Roman SMALUCH hereingerufen und setzte sich auf den Platz für Zeugenaussagen.

15.1.1  Ein Rentner? Ja, aber in Polen. Die bequeme Halbwahrheit.

Richterin Dr. Ines Tauscher fragte den Hauptbelastungszeugen Roman SMALUCH durch die Dolmetscherin, über seine persönlichen Verhältnisse. Er hat sich vorgestellt. Roman SMALUCH heißt er, der im Jahr 1950 in Polen geboren wurde. Er ist ein Rentner. Das ist natürlich wahr, aber es ist nur die halbe Wahrheit. Die Nebenklage und die Anklage hatte dem Gericht verschwiegen, dass ihr Schützling nicht ein gewöhnlicher Rentner ist.

Hört man das Wort „Rentner“ so denkt man spontan an die Opas, die sich kaum noch bewegen können und fast immer in ihrer Wohnung vor der Glotze sitzen. Herr Roman SMALUCH ist anders als andere Opas – wohl kein Rentner, im Sinne von klassischen Opas und Omas. Er ist sehr aktiv. Tag für Tag, fünf eher sechs Mal pro Woche, frühmorgens um 7:30 Uhr fährt er mit seiner Frau Grazyna in seinem Wagen zum Arbeitsplatz. Gegen Mittag kommt er mit ihr zurück, für ca. eine Stunde. Dann fährt er zurück. Am Abend gegen 19:30 Uhr kommen sie zurück. Ich wiederhole: Tag für Tag, fünf oder sechs Mal pro Woche, mehrere Jahre lang, ohne Ausnahme. Seine Frau laut eigener Angaben nach arbeitet als Buchhalterin (Siehe Abschnitt 15.4.1). Aber was er zwischen 7:30 und 19:30 Uhr macht, ist ebenso wichtig. Arbeitet er? Arbeitet er schwarz? Oder wartet er auf sie speziell im Auto? Oder im Park an einem Teich mit Enten? Etwa 9 oder 10 Stunden lang? In jedem Fall ist Herr SMALUCH ein Rentner mit einem Full-Time-Job bzw. verbringt er Zeit damit seiner Frau aktiv zu helfen, zu mindestens als Chauffeur. Er bezieht eine Rente in Polen. Er arbeitete dort im Bergbau, in leicht gehobener Position [213]. Die Wartezeit für die Rente für Bergleute ist kürzer. Seit 2005 halte er sich regelmäßig in Deutschland auf, er möchte neben seiner Rente etwas Geld dazuverdienen.

Ich schreibe ganz klar: Wenn ein 63 oder 64 Jährige Rentner mehr als 10 Stunden pro Tag arbeitet bzw. 12 Stunden außerhalb der Wohnung verbringt ist kein Schwächling, der absolut jemanden nicht schlagen kann bzw. der sich nicht wehren kann.

15.1.2  Roman Smaluchs Aussage: Der Anfang der Auseinandersetzung in der Tiefgarage.

Roman SMALUCH begann seine Story zu erzählen. Am Anfang sprach er langsam  aber nicht so langsam, dass man das Gefühl haben musste, dass er unsicher ist. Er berichtete, dass vor der Auseinandersetzung, beim Einfahren in die Garage seine Ehefrau hatte mich auf dem Balkon gesehen. Nach einem Moment waren wir aus der Tür in der Tiefgarage herausgesprungen und waren auf seine Ehefrau zugelaufen. Wir hatten geschrien, dass wir Frau SMALUCH fertig machen werden. Wir hatten diverse Drohungen und hier nicht zitierbare Beleidigungen geschrien. Es war eine kleine Neuigkeit, weil am 01.12.2014, Herr SMALUCH gegenüber der Kripo gestanden hatte, dass er leider nicht weiß, was wir genau vor körperlichen Auseinandersetzung geschrien hatten (Siehe Unterlage 088, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.24). Herr SMALUCH war dann schnell zu seiner Frau gelaufen, um zu verhindern, dass wir auf sie los gehen und die Arme ausgebreitet, um seine Frau zu schützen. Roman hatte uns gefragt; „-was wollt ihr von meiner Ehefrau, sie hatte euch nichts getan!“.

Die Drohungen und Beleidigungen unserseits hatten nicht stattgefunden. Die Tonaufnahme bestätigt diese Äußerungen nicht, ebenfalls Herr SMALUCH hatte nicht gefragt; „-was wollt ihr von meiner Ehefrau, sie hatte euch nichts getan!“. Er hatte uns sofort gedroht und gesagt; „- Besser haut ihr ab!“ (Die Tonaufnahme 8.1, Abschnitt 8.0, Zeitpunkt: 00:44) und (Siehe Abb. 2.5). Allerdings Roman SMALUCH konnte vor Gericht lügen, wie er wollte.

Kein Problem: Die Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN hatte sich mit dem RA Mark NIBBE darüber verständigt, dass die Tonaufnahme als Beweis vor Gericht nicht in Betracht gezogen wird. Der Parteiverräter NIBBE hatte die Aufgabe, so lange, wie es geht, mich zu täuschen und auf Zeit zu spielen (Siehe Abschnitt 7.12, 9.9 und 18.5) bis scheinbar vollendete Tatsachen geschaffen werden (Siehe Abschnitt 21.7.1).

15.1.3  Roman Smaluchs Aussage: „Das Fischmesser und der Stein“. Die Lüge auf den ersten Blick.

Bevor ich mich plötzlich wie ein Boxer hingestellt hatte und auf ihn losgegangen und hatte mit beiden Fäusten auf sein Gesicht einzuschlagen, hatte ich plötzlich ein Messer (!!??) aus meiner Jackentasche rausgezogen. Ich konnte einfach nicht glauben, was ich da hörte, ich dachte einen Augenblick; es war ein Versprecher, der keine falschen Eindrücke aufkommen lassen sollte. Seine Stimme wechselte aber in die merkwürdige Sprache, zu einer Mischung zwischen Quatsch und Unsicherheit. Er berichtete weiter, dass ich ihn und seine Frau mit dem Messer bedroht hatte und meine Frau Kinga hatte gewaltbereit einen Stein in der Hand gehalten…

Diese lügnerische Aussage war so banal (Siehe Abb. 15.1), dass mir ein ehrliches Lachen herausplatzte. Und es war kein vorgespieltes Lachen. Für Staatsanwalt SOHN war es auch eine Überraschung. Davon hatte er noch nie gehört. Zwar war StA SOHN nach meiner Auffassung in dieser Strafsache schwer passiv befangen, aber nicht so stark aktiv involviert. Roman SMALUCH hatte, bei der Vernehmung durch die Kripo keine Angaben gemacht, die in Richtung Verwendung eines gefährliches Werkzeugs gehen (Siehe Unterlage 088, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14 S. 23-29). An dieser Stelle schwieg Herr SMALUCH plötzlich.

Roman Smaluch Fischmesser

Abb. 15.1:       Meine artistische Darstellung des Angriffs mit dem Fischmesser und mit dem Stein

Der Rechtsanwalt meiner Frau, Franz J. Erlmeier wollte die Gelegenheit nutzen und etwas sagen, doch die Richterin Dr. Tauscher war schneller und fragte: »-Was für ein Messer war das?«. Roman SMALUCH antwortete; »-Das war ein Fischmesser«, auf Polnisch: „Nóż rybacki“. Wir waren beide überrascht und schauten wir die Richterin entsetzt an, und ich sagte ihr, das ist etwas ganz Neues, etwas, das noch nie in den Akten war. Danach fragte Richterin Dr. Tauscher ihn, warum er insb. während der polizeilichen Vernehmung zu diesem Sachverhalt nicht geäußert hatte. Roman SMALUCH überlegte kurz und meinte nervös mit zunehmend unsicherer Stimme, dass er sich damals nicht sicher gewesen war.

Weitere Einzelheiten über den Ablauf der Tat mit gefährlichen Werkzeugen wollte SMALUCH uns allerdings nicht freiwillig nennen. Das alles ist wichtig. Z.B.; mit welcher Hand hatte ich was festgehalten und wo gezogen? Was hatte ich dabei gesagt? Wie und womit hatte er sich gewehrt? Etc.

Fast sarkastisch RA Erlmeier fragte ihn, was ist eigentlich mit dem „Fischmesser“ und dem Stein passiert. Herr SMALUCH war gedanklich gefangen in der Situation. Er antwortete nicht und drehte sich kurz zu seiner Anwältin WEINMANN um, aber sie starrte ihn nur mit weit geweiteten Augen an. Ich bin überzeugt, dass die Aussage des Einsatzes der gefährlichen Werkzeugen war die Folge einer gezielten Instruktion durch Dritte. Es ist aber alles schief gelaufen.

Weil WEINMANN ihm nicht helfen konnte, antwortete Roman SMALUCH mit einer Stimme, die schwer aus seiner Kehle kam, dass wir hatten das Messer und der Stein unter ein Fahrzeug geworfen… (Siehe Abb. 15.2) „WTF?“ Dachte ich. So gut organisiert und dann wollten sie die Frage der Tatwerkzeuge nicht geregelt haben? Die Richterin grinste ihn sarkastisch an, wurde aber so schnell wieder ernst und rümpfte gleichzeitig die Nase, damit ihre Brille nicht herunterrutschte. Es gab Gelegenheit zu einer speziellen Fragestellung, aber mein „Verteidiger“ Mark NIBBE sagte nichts. Ich drehte mich zu ihm nach hinten um, aber er ignorierte mich einfach. Seinem Mandanten wurde eine Bedrohung mit einem Messer vorgeworfen und er tat nichts. Einfach Mark NIBBE. Ich wusste nicht, was ich tun sollte. Meine Frau war auch tief entsetzt.

Abbildung 15.2

Abb. 15.2:       Geschrieben sieht es blöd aus, gemalt sieht noch blöder

Während der richterlichen Befragung, StA Sohn hatte mich mit seinem blöden „-Mhh mhmm“ ständig gemobbt (Siehe Abschnitt 14.10). Weil er jetzt nicht reagierte, ich provozierte ihn an seiner Schwachstelle und machte ich; »-Mhh mhmm mmmm«. StA SOHN schaute mich sehr kurz an, sagte aber nichts. Ab diesem Zeitpunkt war er aber ziemlich wach und unterstützte ausdrücklich Roman SMALUCHs lügnerische Aussage.

15.1.4  Sonderpunkt: Das Fischmesser und der Stein. Was für einen Sinn hatte das?

Im Folgenden werde ich diesem Problem nachgehen: Die Angreifer waren in die Tiefgarage gekommen und hatten das Opfer mit einem Messer und einem Stein bedroht. Danach die Täter hatten ihre gefährliche Werkzeuge unter ein Fahrzeug geworfen. Das klingt ja schon exotisch genug. Dann das Opfer wurde nach der Tat polizeilich vernommen, aber erst 15 Monate später, in der Hauptverhandlung berichtete über den Einsatz der gefährlichen Werkzeuge. Ein sehr rätselhafter Fall. Salopp formuliert könnte man sagen: Unsinn.

Der Irrsinn hatte aber Methode:

Die mögliche Begründung dafür liegt auf der Hand. Durch Roman SMALUCHs Angriff (Siehe Abschnitt 2.5 und 2.6) hatten wir mehrere kleine Schnittverletzungen erlitten (Siehe Abb. 16.3 und Abb. 16.4). Herr SMALUCH hatte versucht, meine Frau Kinga mit einem gezielten Stich ins Gesicht zu treffen. Das Fischmesser und der Stein waren also so zu sagen das Gegengewicht für den rechtswidrigen Einsatz des Schlüsselbundes durch den Angreifer Roman SMALUCH. Denn das war gefährliche Körperverletzung pur. Es ist möglich, dass die Nebenklage erwartete, das die Richterin Dr. Tauscher wird uns nach so dümmlichen Unterstellungen zu Banditen mit langen Messern machen, die plündern und rauben. Und bei ein bisschen Glück, wenn die Nebenklage einen blöden und leicht manipulierbaren Richter getroffen hätte, dann wäre ihr Plan perfekt aufgegangen. War aber nicht der Fall.

Es gab möglicherweise auch einen weiteren Grund für diese Fantasie. Die RAe WEINMANN und NIBBE wussten bis zu dem zweiten Hauptverhandlungstag nicht, ob Prof. EISENMENGER die Drecksarbeit in die Hand nehmen wird. Roman SMALUCH sollte nur am Rande erwähnen, dass wir dass wir die gefährliche Werkzeuge eingesetzt hatten. Mark NIBBE hatte mich vor Hauptverhandlung aufgefordert, während der Aussage der Belastungszeugen sollte ich schweigen, weil die Richterin Dr. Ines Tauscher ist sehr streng und impulsiv und kann bei einer Störung aus dem Gerichtssaal verweisen (Siehe Abschnitt 9.6.1). Kurz gesagt: Ich musste mein Maul halten, wenn wir verleumdet werden.

Und wenn Prof. EISENMENGER neutral bzw. zu unseren Gunsten ausgesagt hätte, dann hätte RA NIBBE statt sich bequem mit seiner pseudowissenschaftlichen Beweisführung zu bedienen (Siehe Abschnitt 21.7), in der Not behauptet hätte, dass wir den Herrn SMALUCH mit langen Messern und Steinen angegriffen hatten, um mich/uns zu einem falschen Geständnis zu bewegen. Glücklicherweise plagte Romans SMALUCH das Lampenfieber ganz arg und machte ihn leicht angreifbar. Aber das ist nur eine Spekulation am Rande von mir/uns.

15.1.5  Roman Smaluchs Aussage: Frau Smaluch holt die Hilfe. „Philosophische Diskussion“ zum Thema: „Unmittelbar danach“.

Inhaltsanalytisch ist der Punkt besonders bedeutsam: Nachdem wir das Fischmesser und der Stein unter ein Fahrzeug geworfen hatten (Siehe Abb. 15.2), hatte ich mich wie ein Boxer hingestellt und war dann auf Roman SMALUCH losgegangen und hatte mit beiden Fäusten auf sein Gesicht einzuschlagen. Als ich mit Schlagen angefangen hatte, seine Ehefrau Grazyna war durch das Garagentor auf der Straße gelaufen, um Hilfe zu holen.

Der fragwürdige Sachverhalt ist uns aus den Akten bekannt. Es stimmt nicht und kann nicht stimmen, weil auf der Tonaufnahme hört man Frau SMALUCH in nächster Nähe u.a. schreien, noch eine knappe Minute später nach dem Beginn der körperlichen Auseinandersetzung (Siehe Abschnitt 8.5.7). Und eine Minute ist eine Ewigkeit in einer Schlägerei. Bohrendes Nachfragen war erforderlich.

Weil ich den Fall sehr präzise in meiner Aussage geschildert hatte (Siehe Abschnitt 14.6.5), der Rechtsanwalt meiner Frau, Franz J. Erlmeier fragte Roman SMALUCH mit wem seine Frau zu ihm zurückgekommen war. Herr SMALUCH schwieg. Weil er schwieg, RA Erlmeier fragte Herrn SMALUCH, ob die Zeugen die mit seiner Ehefrau gekommen waren, uns in der Tiefgarage gesehen hatten. Plötzlich und unerwartet entgegnete Staatsanwalt SOHN, dass Frau SMALUCH allein zurückgekommen war.

RA Erlmeier verneinte es, bezog sich auf den Aktenvermerk vom 01.12.2014 (Siehe Unterlage 089, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.33) und meinte dazu, dass Frau SMALUCH hatte sich gemeinsam mit Herrn und Frau Schmidt aus dem EG in die Tiefgarage zurückbegeben. StA SOHN antwortete ihm, dass Herr SCHMIDT mit seiner Frau unmittelbar nach Frau SMALUCH in die Tiefgarage gelaufen war. RA Erlmeier meinte, dass „unmittelbar“ bedeutet ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang und das heißt „direkt“ bzw. „sofort“. StA SOHN erwiderte barsch „-Nein!“. RA Erlmeier fragte Roman SMALUCH, ob der Zeuge Herr Paul W. (alle Namen geändert), der als erste der Erste durch die Schreie von Frau SMALUCH aufmerksam geworden war und als der Erste in die Tiefgarage begeben hatte, uns in der Tiefgarage gesehen hatte. „-Neiiiin!!!“ fast schrie StA SOHN dieses Wort gequält heraus. Danach sagte relativ ruhig „-Nein“. Nun wies RA Erlmeier ihn standhaft darauf hin, dass das nicht stimmen könne. SOHN antwortete nicht, wahrscheinlich ist eine Angelegenheit nur für Philosophen. StA SOHN war kein Philosoph und er war schlicht und einfach überfordert.

Das sind die Standards der Wahrheitsfindung vor Gericht in der Landeshauptstadt München? »- Mhh mhmm«? bzw. »- Yeeeee«? und »- Neiiiin!!!«? Ich habe das jetzt richtig verstanden, dass der vor Gericht erschienene Staatsanwalt SOHN definitiv befangen ist, weil er in geradezu grotesker Weise jegliche andere Meinungsbildung vermieden hatte, insb. durch Einholung echter, nachprüfbarer fremder Angaben. Ich wusste jetzt warum die Zeugen nicht erschienen oder besser gesagt gar nicht vorgeladen waren (Siehe Abschnitt 12.3.3 und 14.1). Nach Angaben meiner Frau Kinga, während ihr Anwalt Franz Erlmeier für unser Interesse arbeitete, mein „Verteidiger“ Mark NIBBE saß mit dem geschlossenen Aktenordnen und spielte mit einem Kugelschreiber. Kinga starrte ihn mehrfach irritiert an, aber das störte ihm nicht, er hält sie für blöd. Sonst war er in Gedanken wahrscheinlich schon an Nötigung zum falschen Geständnis (Siehe Kapitel 21).

In diesem Moment wollte ich natürlich darauf hinweisen, dass theoretisch nach objektiven Feststellungen, der Zeitpunkt in dem Frau SMALUCH angeblich allein in die Tiefgarage gekommen war und uns wieder gesehen hatte, und der Zeitpunkt in dem wir die Tiefgarage verlassen hatten, zirka 1 Minute auseinander gelegen hatten. Dabei war es zu einer mündlichen Auseinandersetzung zwischen der Frau SMALUCH und Kinga gekommen. Meine Frau Kinga hatte das gefährliche Werkzeug – den Schlüsselbund von Herrn SMALUCH trotz mehreren Aufforderungen nicht zurückgeben wollen. Ich hatte angeblich noch die Ehemenschen SMALUCH bedroht (Siehe Unterlage 086A, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.13). D.h. die Zeugen Ehemenschen SCHMIDT und der Zeuge Herr Paul W. (alle Namen geändert) müssten mich und Kinga in der Tiefgarage gesehen haben, auch wenn die Frau SMALUCH schneller gewesen wäre.

Ich erwähnte es bereits: Ich wollte fragen, aber tat es nicht. Ich hatte Angst, nicht vor dem Staatsanwalt SOHN, sondern vor der Richterin Dr. Ines Tauscher. Ich war was Dr. Tauschers Reaktion angeht nicht sicher, weil sie bei Mark NIBBE ja auch als ziemlich impulsiv und böse dargestellt worden war (Siehe Abschnitt (Siehe Abschnitt 7.14.2, 9.6.1, 13.2 und 13.9). Ich saß ruhig da, beobachtete, machte mich immer wieder Notizen.

15.1.6  Roman Smaluchs Aussage: Unsere Gewaltorgie bevor Roman Smaluch auf dem Boden aufgekommen war. Meine Ehefrau Kinga wie ein Ninja.

Während der Kripovernehmung am 01.12.2014, hatte Herr SMALUCH ausgesagt, dass während ich noch gegen oder in Richtung seines Gesichtes geschlagen hatte, meine Frau Kinga war plötzlich hinter ihm und hatte seine Arme nach hinten gezogen und ihn an der Jacke zu Boden gezogen (Siehe Unterlage 088, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S. 25). Aber hier kommt eine brisante Neuigkeit. Vor Gericht behauptete Herr SMALUCH jetzt, dass er bevor auf dem Boden aufgekommen war, von meiner Frau Kinga von hinten gehalten worden war und von mir ins Gesicht geschlagen war. Eine Kampfszene wie aus den alten James-Bond-Filmen. Oder vielleicht auch nicht: Eine nicht vorbestrafte Mutter die niemals zuvor in Deliktsbereichen der Körperverletzung strafrechtlich und polizeilich in Erscheinung getreten war, die vor 6 Wochen einen Kaiserschnitt gehabt hatte, müde nach einem anstrengenden Tag mit zwei Kindern im Baby-Alter, geht auf den sportlichen Opa los, reißt seine durchtrainierten Arme professionell nach hinten und hielt ihn während er von einer anderen Person ins Gesicht geschlagen wird. Die Szene eher wie aus Quentin-Tarantino-Filmen (Siehe Abb. 15.3).

Die Szene wie aus Quentin-Tarantino-Filmen

Abb. 15.3:       Szene wie aus Quentin Tarantino-Filmen: Bevor der arme Opa Roman Smaluch zu Boden gefallen war, Kinga Klotzman – eine Frau hielt ihn fest, Alexander Klotzman schlug ihm ins Gesicht

Anwalt von meiner Frau Franz Erlmeier fragte Roman SMALUCH, wie es möglich gewesen wäre, dass seine Mandantin von vorn gekommen war und von vorn Verletzungen an Armen, Brust und Kinn erlitten hatte und plötzlich ganz hinter ihm gewesen war und ihn überwältigt hatte. Noch bevor Roman S. auf die Frage antworten konnte bzw. er schon wieder Schwachsinn redete (Siehe Abschnitt 15.1.3), meldete sich überschnell Staatsanwalt SOHN kurz zu Wort und meinte mit einer kalten Stimme, dass es wohl möglich ist. Möglich, aber wie? Natürlich keine Begründung. Seine Behauptung begleitete die Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN, sie meinte wieder, dass sie können den Tathergang der Angreiferin Kinga Klotzman rekonstruieren… Eine Antwort von Roman SMALUCH gab es also wieder nicht. Er sprach weiter zunehmend langsamer und machte Pausen, in denen er nach Worten suchte.

Herr SMALUCH „vergaß“ aber zu erzählen, dass er hatte einfach mit beiden Armen irgendwie versucht, meine Schläge abzuwehren, und deswegen „ein bisschen“ wild herumgeschlagen (Siehe Unterlage 088, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.25). Seiner Aussage vor Gericht ist zu entnehmen, dass er sich gar nicht gewehrt hatte.

15.1.7  Roman Smaluchs Aussage: Unsere Gewaltorgie nachdem Roman Smaluch auf dem Boden aufgekommen war. „Roman Smaluch hing in der Jacke fest“.

Nachdem meine Frau Kinga war plötzlich hinter Roman SMALUCH und seine Arme nach hinten gezogen hatte und ich ihn ins Gesicht geschlagen hatte (Siehe Abschnitt 15.1.6), hatten wir von ihm nicht abgelassen, und Kinga hatte ihn noch an der Jacke zu Boden gezogen. Außerdem seine Jacke hatte Kinga so nach hinten gezogen, dass sie seine Arme behindert hatte. Herr SMALUCH war zu Boden gegangen und er hatte sich gar nicht mehr wehren können, während er auf dem Boden gelegen hatte. „Er hatte in der Jacke festgehangen“. Daraufhin waren wir auf ihn zugegangen und hatten wir getreten. Ich hatte ihn mehrfach gezielt mit meinem Fuß gegen seinen Kopf bzw. sein Gesicht getreten. Kinga hatte ihn mehrfach mit den Füßen gegen den Oberkörper und im Bereich der Arme getreten (Siehe Abb. 15.4).

mumifizierung szene

Abb. 15.4:       Roman hat sich mumifiziert, während wir auf ihn zugegangen sind und haben ihn getreten

Dann hatte ich mich auf ihn kniend gesetzt. Eine Randnotiz: Während der Kripovernehmung am 01.12.2014, Roman SMALUCH hatte aber lediglich erwähnt, dass ich „auf jeden Fall“ mich auf ihn gestürzt und meine Knie auf seinen Brustkorbs gedrückt (Siehe Unterlage 088, Az; 851 Ds 263 Js 224834/14, S. 26).

Während ich das getan hatte, hatte ich mit beiden Fäusten gegen sein Gesicht getrommelt… Als Roman SMALUCH das erzählt hatte, wollte der Richterin nicht in die Augen schauen. Er schaute rechts auf den Boden, dann vor sich hin auf den Boden und dann wieder rechts auf den Boden etc.

Anwalt meiner Frau Herr Erlmeier fragte ihn, ob er uns das mal genauer erklären könne, in welcher Position er auf dem Boden gelegen hatte und wie er hatte nämlich in der Jacke festgehangen und wie er sein Gesicht bzw. seinen Kopf nicht hatte schützen können, während er von uns getreten wurde und als ich mich danach auf ihn gesetzt hatte. Diese Angelegenheit war bereits Gegenstand der Vernehmung bei der Kripo (Siehe Unterlage 088, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.26). Diese Situation erscheint besonders unplausibel oder nicht möglich, weil normalerweise versucht man den Kopf instinktiv zu schützen. Einfach instinktiv und nicht mit gewollten Gedanken. Es ist einfach ein Körper, der, in diesem Fall, den Tritt spürt und versucht seinen Kopf zu schützen. Dazu Roman SMALUCHs sportliche Steppjacke ist nicht so eng wie eine Zwangsjacke.

Herr SMALUCH überlegte kurz und meinte, er wisse schon nicht mehr. RA Erlmeier wollte noch nachhaken, aber sofort mischte sich die Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN ein und erklärte, dass der Zeuge doch gesagt habe, was er wisse. Weil Roman S. sich an nichts erinnern kann, muss da was gewesen sein. Das ist günstig, denn da muss man nicht so viele Details erinnern…

Es ist besonders günstig, nichts zu wissen oder nichts wissen zu wollen. Was ich bemerkt habe, Roman hat sich überhaupt nicht beschwert, dass er unter mir gelegen und Probleme mit dem Atmen und Schmerzen gehabt hatte. Auch danach. Tatsache ist: ich hatte damals 124 kg (!) gewogen und bis seine Ehefrau Grazyna SMALUCH zurück in die Tiefgarage gekommen war, hatte ein paar Minuten gedauert. Nur eine Minute später wäre er unter einem solchen Gewicht vielleicht tot gewesen. Jeder andere Mensch würde in solchen Fällen Probleme mit dem Atmen und Schmerzen bekommen [358] [359].

Für uns war die Frage nach der Position in der er angeblich auf dem Boden gelegen war, höchst relevant.  

15.1.8 Die richterliche Befragung von Herrn Roman Smaluch: Meine Schuhe.

Danach fragte Richterin Dr. Ines Tauscher Roman SMALUCH, welche Schuhe ich in der Tiefgarage getragen hatte. Darüber musste Herr SMALUCH lange nicht nachdenken. Er antwortete, dass ich sportliche, graue oder schwarze Schuhe, vermutlich der Marke Adidas getragen hatte.

Da kann ich ihm nicht widersprechen, weil ich tatsächlich sportliche Slipper-Sandalen und nicht die schwere Dr. Martens Schuhe getragen hatte und es ist ein Beispiel dafür, wie aus blindem Verfolgungseifer mir da etwas Anderes von der PI 25 unterstellt wurde (Siehe Abschnitt 4.4), aber ich habe ihn ganz bestimmt nicht getreten. War seine Aussage glaubhaft? Ich denke nicht. Ich mag ja kleine Details, aber ich weiß nicht welche Schuhe Roman S. am 13.11.2014 getragen hatte. Normalerweise er trägt nicht auffallende Herrenschuhen, aber ich kann nicht sagen,  was für Schuhe es sind, ob normal oder sportlich. Seine Ehefrau trägt normalerweise Pumps. Das ist auffällig, weil sie übergewichtig ist, sie hatte Pumps sehr wahrscheinlich am 13.11.2014 auch getragen – obwohl das für einen Sachverhalt nicht extrem wichtig ist. Aber woher wissen die Ehemenschen SMALUCH, welche Schuhe ich getragen hatte? Ganz einfach, aus der Akteneinsicht (Siehe Abschnitt 6.2).

15.1.9  Roman Smaluchs Aussage: Die Rückkehr der Frau Smaluch in die Tiefgarage. Das Eintreffen der Zeugen. Der neue Zeuge.   

Roman SMALUCH setzte seine Geschichte fort: Seine Ehefrau, Frau Grazyna SMALUCH war in die Tiefgarage zurückgekommen. Herr SMALUCH hatte auf dem Boden gelegen, aber er hatte gut hören können, dass sich die Menschen auf der Straße vor der Zufahrt zur Tiefgarage versammelt hatten. Dann war auch der erste Zeuge, der Sohn (??!) von unseren gemeinsamen Nachbarn in die Garage gekommen. Der Junge hatte mich gesehen, als ich kniend auf seinem Brustkorps gesessen hatte. Ich wiederhole: ich hatte kniend auf seinem Brustkorps gesessen, nicht meine Knie auf seinen Brustkorb gedrückt. Deswegen hatte ich aufgehört Roman S. zu schlagen und war von ihm aufgestanden. Nach der Behauptung, dass wir ein Fischmesser und ein Stein eingesetzt hatten (Siehe Abschnitt 15.1.3), überraschte uns diese Lüge nur mäßig. NIBBE schwieg, er half mir nichts, gar nichts. Passivität vom Feinsten, pur. Richterin Dr. Tauscher fragte Roman S., ob dieser Junge Herr Paul W. (alle Namen geändert) gewesen war und den Rettungsdienst informiert hatte. Er verneinte es und sagte, dass Herr Paul W. (alle Namen geändert) hatte uns ebenfalls in der Tiefgarage gesehen. Ja, natürlich… Beim Lügen vergaß SMALUCH, dass seine Angaben über den Zeugen Paul W. nachprüfbar sind. Gegenüber der Kripo hatte der Zeuge Paul W. am 01.12.2014 bereits gesagt, er hatte uns am 13.11.2013 in der Tiefgarage nicht gesehen und nur Herrn SMALUCH alleine angetroffen (Siehe Unterlage 089, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.34) und (Siehe Abb. 3.4).

Über die Ehemenschen Schmidt sagte Herr SMALUCH keine Silbe. Dann waren wir in die Richtung der Tür gegangen. Roman S. hatte von meiner Ehefrau Kinga den Schlüsselbund zurückgefordert, den sie aber nicht hatte abgeben wollen. Schließlich hatte sie den Schlüsselbund zurückgeschleudert. Am Ende hatten wir die Ehemenschen SMALUCH sehr ernsthaft mit der Anwendung von Gewalt seitens der Zigeuner bedroht. Dann waren wir weggelaufen.

15.1.10            Die richterliche Befragung von Herrn Roman Smaluch: Drei Geschichten zum Thema des Sturzes auf den Boden. Roman Smaluchs Mischung aus bewussten Lügen und ungewollt zugegeben Halbwahrheiten.

Richterin Dr. Ines Tauscher wollte wissen, wo Herr SMALUCH sich befunden hatte, während ich kniend auf seinem Brustkorb gesessen hatte und seine Ehefrau war in die Tiefgarage zurückgekommen. Als Vorlage diente ihr der Plan der Tiefgarage, den ich mit der Stellungnahme vom 08.04.2015 an die StA vorgelegt hatte (Siehe Abb. 2.1).

Damit begann auch der besonders amüsante Teil der Roman SMALUCHs Aussage. Die sog. Nebenklage und befangene Anklage konnte nichts dagegen unternehmen. Fabulant Roman SMALUCH war der Richterin völlig ausgeliefert.

Und das ist keine Märchengeschichte, am dritten Verhandlungstag, Anwalt von meiner Ehefrau Franz J. Erlmeier deutete an, dass die Roman SMALUCHs Darstellung nicht glaubhaft ist und deshalb Freispruch für meine Frau gefordert (Siehe Abschnitt 23.4.2). Es war nicht möglich zu erfahren, ob Herr SMALUCH nach angeblichen Schlägen von mir auf den Boden gefallen war (Siehe Abb. 15.5 C), oder meine Frau Kinga die Arme des „Geschädigten“ Roman SMALUCH durch Ziehen an dessen Jacke nach hinten bzw. nach unten gezogen hatte (Siehe Abb. 15.5 A), oder hatte ich so heftig von mir geschubst, dass er zu Boden gestürzt war (Siehe Abb. 15.5 B).

Rechtsanwalt Franz J. Erlmeier

Abb. 15.5:       Drei Versionen des Sturzes auf den Boden – drei unterschiedliche Handlungen

Roman mit der Dolmetscherin begab sich daraufhin zu dem Richtertisch. Richterin rief mich auch herbei. Herr SMALUCH zeigte die Stelle neben Garagentor an, wo ich ihn nach seiner dritten Attacke geschubst hatte (Siehe Abb. 2.26), und die Ehemenschen SMALUCH aus der Entfernung „verabschiedet“ hatten (Siehe Abb. 2.27). Danach Richterin fragte ihn, durch welche Tür seine Ehefrau in die Tiefgarage zurückgekommen war und durch welche Tür wir die Tiefgarage verlassen hatten. Herr SMALUCH zeigte auf dem Garagenplan, dass seine Ehefrau Grazyna durch das Garagentor gekommen war und wir durch die Kellertür verlassen hatten. Ich habe mich eingemischt und Richterin Dr. Tauscher darauf hingewiesen, dass als wir uns der Kellertür genähert hatten, meine Frau Kinga hatte den Schlüsselbund in ihre Richtung, in Richtung des Garagentors also, geworfen (Siehe Abb. 2.27). Und es war eine zweitrangige Erklärung, die unerwartete große Wirkung zeigte. Dr. Tauscher fragte Roman SMALUCH ob das stimmt was ich ihr erzählt hatte.

Herr SMALUCH zunächst kurz bestätigte es, aber kurz danach beschwerte sich zusätzlich, dass ich ihn brutal weggeschubst hatte und er ist auf den Garagenboden gefallen. Ja, das ist Wahrheit. Ich hatte ihn mit so einer Wucht weggeschubst, dass er nach mehreren Metern rückwärts im Endeffekt tatsächlich hinuntergefallen war (Siehe Abb. 2.26). Was heißt jetzt das eigentlich? Er ist zwei Mal auf den Boden gefallen. Es stimmt auch, Herr SMALUCH war ein erstes Mal auf den Boden gefallen, als ich auf dem Boden gelegen hatte und er mich gewürgt hatte (Siehe Abb. 2.21) und ein zweites Mal als ich ihn während seiner dritten Attacke brutal weggeschubst hatte (Siehe Abb. 2.26). Das Problem war nur: In seiner bisherigen Geschichte, er war nur ein einziges Mal auf den Boden gefallen; meine Frau Kinga hatte ihn an der Jacke zu Boden gezogen (Siehe Abschnitt 15.1.6 und 15.1.7) und (Siehe Abb. 15.5 A).

Was Roman SMALUCH einfach berichtete, entsprach unserer Version, vom Inhalt her. Ich weiß nicht genau, was ihn trieb, das zu sagen. Bewusst oder unbewusst. Was sollte man sagen, was lieber verschweigen, hatte RAin WEINMANN mit ihm sicher vor dem Prozess fleißig geübt. Er sollte im eigenen Interesse schweigen, am besten die ganze Szene mit dem brutalen Schubsen verschweigen, denn er disqualifiziert sich. Aber wie konnte das sein? Belastungseifer? Schwer zu sagen, er sagte ausnahmsweise mal die Wahrheit. Gedächtnisschwäche? Gedächtnispsychologisch ist das sehr wahrscheinlich.

Die Wahrheit kann man vorwärts und rückwärts erzählen oder von der Mitte aus nach vorn oder hinten [256]. Eine Lüge stellt eine schwierige und auch anspruchsvolle geistige Leistung dar. Roman SMALUCH war einfach nicht fähig, noch Mal seine erlogene Geschichte von der Mitte aus erzählen. Offenbar verwechselte er die wahre Erinnerungen, die ganz sicher und bildhaft gewesen waren mit den Lügen die er und die Nebenklage mit dem RA Mark NIBBE abgesprochen hatten.

Ich war sehr überrascht dies zu hören.  Dr. Tauscher holte hörbar Luft und ihr Gesicht wurde zu Stein. Sie zögerte erst ein wenig und fragte ihn dann: auf welche Entfernung hatte ich ihn geschubst. Herr SMALUCH wusste nicht was er sagen oder antworten sollte. Kalter Schweiß glänzte auf seiner Stirn. Vielleicht merkte, dass er sich in sehr auffallende Widersprüche verwickelt hatte. Im Grunde kam das schon fast einem Geständnis gleich. Nach ein paar Sekunden Verzögerung antwortete er, dass er durch den Faustschlag nach hinten umgefallen war… Er stotterte leicht und erklärte weiter, dass er durch den Faustschlag meinerseits auf eine Entfernung von mehreren Autos weit „geflogen“ war (Siehe Abb. 15.5 C). Zum größten Teil stimmt diese Antwort auch. Während des dritten Angriffs, Roman SMALUCH auf meine ausgestreckte Hand zugerannt und hatte ihn ins Gesicht getroffen (Siehe Abb. 2.25) ohne zu sehen und hatte ich ihn gewaltig von uns in Richtung Garagentor weggeschubst (Siehe Abb. 2.26).

Das Ergebnis war mit Händen zu greifen; damit wäre die Sache beinahe zu Ende gewesen.

15.1.11            Die richterliche Befragung von Herrn Roman Smaluch: Roman Smaluchs Verletzungen. Neues Tatwerkzeug & die Türkranze/Girlanden & die beleidigende Beschriftungen etc.    

Was man da in Dr. Tauschers Gesicht lesen konnte, war so schlimm, dass ich sogar richtig Angst bekommen habe. Sie war wieder kurz vor der Explosion und ihre Stimmung war wieder einmal am Tiefpunkt. Sie brauchte nur einen kleinen Anlass zum Wutausbruch. Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN versuchte die Situation schnell zu retten: sie fragte ihren Mandanten Roman SMALUCH mit affektiert süßer Stimme welche Verletzungen erlitten hatte. Er erläuterte, dass ich hatte ihm durch die mehrere Fußtritte eine komplizierte Jochbeinfraktur in der rechten Gesichtshälfte zugefügt, die einen stationären Aufenthalt und zwei Operationen unter Vollnarkose erforderlich gemacht hatten. Er beschwerte sich noch über den Sehverlust in seinem Auge.

Amtsrichterin Dr. Tauscher fragte Roman SMALUCH nach dem Grund für die Auseinandersetzung am 13.11.2014. Als Grund für die Auseinandersetzung in der Tiefgarage nannte der Nebenkläger SMALUCH der seit 2011 andauernde Nachbarschaftsstreit, für den wir natürlich verantwortlich waren. Er behauptete, dass auch andere Parteien im Wohnhaus hatten sich schon über uns bei der Hausverwaltung schriftlich beschwert. Andere Mietparteien? Ja, natürlich; Herr VOGT (Siehe Abschnitt 1.1) und Herr SCHMIDT (Siehe Abb. 5.1). Wer sonst? Herr SMALUCH beschwerte sich, dass wir seine Ehefrau mehrfach beleidigt hatten und Beschädigungen an seinem Auto gemacht hatten. Roman hat uns beschuldigt, wir hatten ihm irgendwelche Türdekorationen bzw. Türkränze entwendet… Er vergaß allerdings zu sagen, dass seine Frau extrem aggressiv ist und vielen Nachbarn geschadet hatte und andere zahlreiche Nachbarn mit gleicher Motivlage seien im Überfluss vorhanden.

Und jetzt kommt es: wir hatten ihn schon mit einem Radmutternschlüssel in der Vergangenheit in der Tiefgarage bedroht… Ich dachte; nur ein Radmutternschlüssel? Warum nicht eine Axt in Kombination mit einer Zweitwaffe? Z.B. mit einem Ziegel? Richterin sah Roman prüfend an, dann fragte ihn, wann der Vorfall denn passiert sei. Wann es passiert war, wusste er nicht genau, allerdings vor der Auseinandersetzung am 13.11.2014. Nähere Details nannte er nicht. Danach fragte ihn warum er damals keine Anzeige erstattet hatte. Er hatte darüber die Polizei ja niemals und die Kripo am 01.12.2014 nicht informiert. Roman zögerte, bevor er antwortete: Er hatte sich vor mir gefürchtet…

Der Staatsanwalt SOHN hatte keine Fragen an den Nebenkläger SMALUCH. Wie auch immer: Der Herr Kollege NIBBE schwieg. Alles andere hätte mich auch gewundert. Trotzdem, warteten wir geduldig, bis Herr SMALUCH zu einem Ende kam.

15.2     Siegfried Vogt betritt den Gesichtssaal. Der Wutausbruch der Richterin.

Der Nebenkläger Roman SMALUCH beendete seine Aussage. Bevor die Hauptbelastungszeugin Grazyna SMALUCH nach dem Aufruf erschien, Herr VOGT betrat den Gerichtssaal. Er wollte anscheinend sich auf die Bank im Zuschauerbereich setzen und auf sich aufmerksam machen. Er wartete schon lange. Mindestens zwei Stunden.

Als die Richterin ihn sah, erlitt sie einen regelrechten Wutanfall. Es ist natürlich richtig, dieser Mann hatte hier nichts zu suchen (Siehe Abschnitt 15.3). »-Wer sind Sie und was machen Sie hier?« schrie sie. VOGT stand fest auf dem Boden, aber durch einen Augenblick habe ich den Eindruck gehabt, dass er auf die Richterin losgehen wird. Es war ein Reflex des Körpers, eine impulsive Reaktion auf einen starken außeralltäglichen negativen Reiz zu sehen. So wie er stand, blieb er aber brav stehen. »-Wer sind Sie« schrie sie wiederholt. Auf seinem Gesicht war eine Mischung aus Zorn und Frustration zu sehen. Er hat sich vorgestellt; Siegfried VOGT heißt er. »-Und was suchen Sie hier?«. Er murmelte etwas, allerdings so leise, dass ich es nicht verstehen konnte. »-Sind Sie vorgeladen worden?« fragte sie dann weiter. VOGT schüttelte fast unmerklich den Kopf. »-Bitte die Tür schließen und umgehend den Saal verlassen!«. Herr VOGT verließ brav den Gerichtssaal.

15.3     Meine Erklärung: Siegfried Vogt. Frau Smaluchs Manipulationen.

Die Vorsitzende Richterin Dr. Ines Tauscher wandte sich zu der Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN und stellte dann in einem cholerischen Tonfall klar, es gehe in dem Prozess um die aktuelle Körperverletzung, nicht aber um andere Fälle, die einen anderen Sachverhalt haben. Und wie sie brüllte! Und es war sehr gut so.

Die Kollegin von NIBBE, RAin Julia WEINMANN schaute die Richterin bestürzt an. Der Hass sprang ihr aus dem Gesicht. Sie begriff es nicht. Wie denn auch? Ehrlich gesagt verstand ich sie, ich hatte vorher schon viel über solche Menschen gelesen. Die Leute wie WEINMANN können nicht glauben, dass ihre Fehlentscheidungen, die für sie immer gerechtfertigt und angemessen sind, jemals zur Folge haben können, dass ein anderer Mensch, etwas an ihrem Verhalten auszusetzen hat oder sie ablehnt [170]. Einen Moment lang herrschte atemloses Schweigen im Saal.

Ich nutze die Situation einfach zu unserem Vorteil. Nachdem Richterin sich beruhigt hatte, ich meldete mich zu Wort und begann meinen Beitrag über Siegfried VOGT. Ich nahm ein Risiko auf mich, von der Richterin niedergeschrien zu werden, aber sie blieb ruhig. Ich erklärte, dass die Nebenklage hatte ihn eingeladen, um uns gezielt einschüchtern zu lassen. WEINMANN warf mir einen warnenden Blick zu. Es gab auch ein Zucken in ihren Mundwinkeln. Doch ich ließ mich nicht bremsen.

Ich wiederholte, dass angerstiftet durch Frau Grazyna SMALUCH hatte Siegfried VOGT meine Ehefrau Kinga ohne Rücksicht auf ihren Babybauch brutal an die Wand geschubst, so das sie auf den Boden fiel und eine Frühgeburt gehabt hatte. Als ich es wieder erzählte, begann Kinga wieder zu weinen. Sie konnte das Weinen nur mühsam unterdrücken und wischte sich viele Tränen aus dem Gesicht. Ich habe aber im Laufe meiner „Rede“ immer mehr an Sicherheit gewonnen. Ich schimpfte laut vor mich hin; »-Das ist eine Schweinerei, was die mit uns gemacht haben.«.

Ich erläuterte der Richterin, dass Herr VOGT irgendwie auch ein Opfer ist; Frau SMALUCH hatte ihn in Jahren 2011-2013 zu allen Straftaten insb. verschiedenen Körperverletzungsdelikten gegen uns angestiftet und im Jahr 2012 zum Mit-mobbing gegen unsere zahlreiche Nachbarn (Siehe Abschnitt 1.1.5). Ich betonte, dass Frau SMALUCH nutzte die Tatsache, dass er emotionsgesteuert und leicht manipulierbar ist, u.a. weil er in den 90 Jahren eine mehrfache chirurgische Tumorentfernung auf dem vorderen Kopfbereich mit neurologischen Folgen gehabt hatte (Quelle: Az: 267 Js 163405/13, S. 241-242). Prof. Wolfgang EISENMENGER spitzte die Lippen und schaute in meiner Richtung lange.

Als nächstes Beispiel zum Thema Manipulation, nannte ich Herrn Maik SCHMIDT. Nachdem VOGT im Jahr 2013 umgezogen war, Frau SMALUCH hatte SCHMIDT im Jahr 2014 zum Mit-mobbing gegen unsere zahlreiche Nachbarn angestiftet. Herr SCHMIDT wegen seiner Alkoholkrankheit und seines schwach ausgeprägtes Scharfsinns, hatte sich von Grazyna SMALUCH leicht manipulieren lassen (Siehe Abschnitt 1.2.2). Ich beschwerte mich erneut darüber, dass schon einmal, im November 2014, Herr SCHMIDT hatte uns mit der Drohung einer Falschaussage zu einem Geständnis zu Gunsten der Täter SMALUCH erpresst (Siehe Abschnitt 5.3).

Als ich mit meiner emotionalsten Schilderung fertig war, hing erneut einen Moment lang Schweigen in dem Gerichtsaal. Alle mussten das Gehörte erst mal richtig sacken lassen.

15.4     Die Aussage der Hauptbelastungszeugin Grazyna Smaluch.

Nun wurde die Zeugin, Grazyna SMALUCH hereingerufen und setzte sich auf den Platz für Zeugenaussagen. Sie legte die Hände über dem Bauch zusammen. Am Anfang war sie ein bisschen verunsichert, zuvor Herr VOGT war dem Wutausbruch der Richterin ausgeliefert.

Frau SMALUCH, eine relativ kleine, kräftig-mollige fast dicke Frau mit riesigen Brüsten und schwarz gefärbten Haaren mit grauem Ansatz. Auf einmal sah ich ihre Gesichtszüge genau von mir. Ihre schwarzen, sehr bösen Augen waren ein hexenartig und zu dicht zusammen. Mehrere Jahrzehnte Zorn, Hass und Unzufriedenheit hatten ihr Gesicht in eine einzige furchterregende Fratze verwandelt.

In der Sache war dabei nichts Neues zur Sprache gekommen. Die Frau SMALUCHs Aussage war längst nicht so spektakulär wie die wie die von ihrem Ehemann, doch sehr wichtig.

15.4.1  Persönliche Verhältnisse.

Richterin Dr. Ines Tauscher fragte der Hauptbelastungszeugin Grazyna SMALUCH durch die Dolmetscherin, über ihre persönlichen Verhältnisse. Sie stellte sich selbstbewusst vor; sie ist Buchhalterin. Seit 2005 lebt sie in Deutschland, wurde jedoch, 1957 in Polen geboren. Obwohl sie erkennbar keine Dolmetscherin benötigt hatte, sprach durch sie. Frau SMALUCH kann sehr gut Deutsch sprechen. In welcher Sprache hatte sie sich im Jahr 2011 mit dem Herrn VOGT verständigt? Deutsch oder Japanisch? Oder Herr VOGT lernte polnisch? Es war einfach grotesk. Richterin bat sie darum, wahrheitsgemäße Angaben zu machen. Frau SMALUCH nickte zustimmend…

15.4.2  Die Aussage der Falschbeschuldigerin Frau Smaluch.  

Frau SMALUCH hat die angebliche Tat nur sehr vage und oberflächlich beschrieben. Sie sprach mit dem ganzen Körper trotzdem dass sie gar nicht gestikulierte. Sie sah wie eine Henne die gerade ein Ei gelegt hat. Grazyna SMALUCH sprach nicht besonders langsam, aber trotzdem sehr lebhaft mit einer adrenalingeschwängerten Stimme. Dazu erzählte sie sehr überlegt, aber wenig und ausweichend. Der Ablauf der Auseinandersetzung am 13.11.2014 im Wesentlichen war so, wie wir ihn schon aus der Strafakte kannten, und genau gesagt, wie aus ihrem ersten kurzen Schriftstück hervorgeht, den sie am 01.12.2014 der Kripo überreicht hatte (Siehe Unterlage 086A, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S.13). Auch bei ihrer Vernehmung im Gerichtssaal blieb bei der knappen Aussage. Nach der Offenlegung der persönlichen Verhältnisse, sie dauerte knapp 13 Minuten. Dafür war sie im Nachhinein von NIBBE gelobt (Siehe Abschnitt 21.8.2).

Frau SMALUCH berichtete, dass ich auf dem Balkon gestanden hatte und kurz darauf war ich in meine Wohnung gegangen. Sie berichtete weiter, dass sie Angst bekommen hatte. Das hier klang echt. Es ist natürlich wahr, Grazyna SMALUCH hatte sich vor allen möglichen unerwünschten Konsequenzen gefürchtet, weil sie zuvor, am 07.11.2014 meine Ehefrau mit einem wenige Wochen alten Baby die Aufzug-Wand geschubst und u.a. am 10.11.2014 erneut die Drohungen gegen meine Familie ausgesprochen hatte. Das war einziges Realkennzeichen in ihrer Aussage (Siehe Abschnitt 14.8.12), Realkennzeichen kamen in ihrer Aussage gar nicht vor. Die Mühe, etwas zu erfinden, das dem eigentlichen Zweck der Falschaussage gar nicht dient, ist offensichtlich zu groß [129].

Nach einem Moment waren wir aus der Kellertür in der Tiefgarage herausgesprungen und waren wir mit zusammengeballten Fäusten auf sie zugelaufen und hatten geschrien, dass wir sie fertig machen werden. Wir hatten sie umzingelt; meine Frau Kinga (!) hatte ihre Fäuste vor ihr Gesicht gerichtet, so als ob sie sie hatte schlagen wollen. Ich hatte die Stellung eines Boxers genommen und hatte ich sie mit meinen Fäusten ebenfalls bedroht. Ihr Ehemann, Herr SMALUCH war dann schnell zu ihr gelaufen, um zu verhindern, dass wir auf sie losgehen und die Arme ausgebreitet, um sie zu schützen. Es war dann alles sehr schnell gegangen. In der Zwischenzeit war sie schnell zum Garagentor gelaufen, hatte es geöffnet und war auf der Straße gelaufen, um Hilfe zu holen (Siehe Abb. 3.6). Genau dazu mehr hatte dem Gericht Frau SMALUCH gar nichts gesagt.

Was sie weiter erzählte, hatte sie nicht gesehen. Auf spätere Nachfrage des Anwalts meiner Ehefrau Franz J. Erlmeier gab es zu, dass sie uns anfänglich nicht gesehen hatte, als wir ihren Ehemann geschlagen hatten, weil sie auf der Straße gelaufen war (Siehe Abschnitt 15.6.2). Aber lesen Sie am besten selbst: Dann wir hatten unsere Wut und Aggression gegen ihren Ehemann, Roman SMALUCH gerichtet. Meine Frau hatte ihn an seiner Jacke von hinten gepackt, hatte sie ihm teilweise an den Armen runter gezogen und hatte an der Jacke festgedrückt, so dass er nicht fähig gewesen war, seine Arme zu bewegen und sich vor den Schlägen zu verteidigen. Dann hatten wir ihren Ehemann mehrere Male mit Fäusten geschlagen. Nach einigen Schlägen war Herr SMALUCH mit dem Rücken auf den Boden gefallen…

Während ihrer Aussage nestelte Grazyna SMALUCH unablässig an ihren Fingern und an ihrer Kleidung. Sie wollte der Richterin ebenfalls nicht in die Augen schauen. Sie schaute nicht mal in ihre Richtung und schaute in die Richtung des Fensters bzw. Ecke. Da war kein einziges Wort dran wahr, alles erstunken und erlogen. Dr. Tauscher schaute sie zurück mit einer Mischung aus Ekel und Herablassung an. Diese Gefühle ließen sich u.a. aus ihrem Mund lesen.

Und so geht es weiter: Nachdem sie in die Tiefgarage zurückgekommen war, hatte mich gesehen, als ich kniend auf seinem Brustkorb gesessen hatte und weiterhin mit meinen Fäusten geschlagen (Siehe Abb. 3.10). Ich hatte aufgehört Roman SMALUCH zu schlagen und war von ihm aufgestanden. Dann waren wir in die Richtung der Kellertür gegangen. Ihr Ehemann, Herr SMALUCH hatte von meiner Frau Kinga den Schlüsselbund zurückgefordert, den sie während der Schlägerei weggenommen aber nicht hatte abgeben wollen. Schließlich hatte sie die Schlüssel voller Wut auf den Boden runtergeworfen (Siehe Abb. 3.11). Am Ende hatte ich die Ehemenschen SMALUCH sehr ernsthaft mit der Anwendung von Gewalt seitens der benachbarten Zigeuner bedroht und dazu noch beleidigt. Dann waren wir weggelaufen…

15.4.3  Die Aussage der Frau Smaluch. Inhaltliche Analyse.   

Überraschungsweise gab es keine Schuldzuweisungen und Vorwürfe, keine Ursachenforschung, kein Jammern, keine Beurteilung von Recht und Unrecht, auch keine Vorgeschichte und Nachgeschichte.

Nach dem zweiten Verhandlungstag, am 21.02.2016, am Tag, an dem mein „Verteidiger“ Mark NIBBE hat mir ein falsches Geständnis abgepresst, suggerierte mir auch, dass Frau SMALUCH uns zu Unrecht belasten wollte und es war auch keine Motivation zu erkennen, aus der heraus sie etwas Falsches aussagen sollte (Siehe Abschnitt 21.8.2).

Denke mal das war ein Teil der Taktik. Weniger ist mehr und noch weniger ist noch mehr. Also keine bizarren Geschichten zu erzählen und kein Futter für unsere Verteidigung. Und das tat sie dann auch: Das Knien auf dem Brustkorb war bizarr genug und nicht mit den vorliegenden Zeugenaussagen kompatibel (Siehe Kapitel 3), aber trotzdem durchgesetzt werden musste.

15.5     Sonderpunkt: Geheime Absprache zwischen der Vertreterin der Nebenklage, RAin Julia Weinmann und dem Gerichtsmediziner Prof. Wolfgang EISENMENGER im Gerichtssaal.

Während der Aussage der Hauptbelastungszeugin Grazyna Smaluch, die Nebenklagevertreterin Julia WEINMANN und der Prof. Wolfgang EISENMENGER flüsterten miteinander. Sie sprachen so leise, das ich sie nicht hören konnte. Die Initiative kam von Anwältin WEINMANN, sie hielt diskret eine Monologe, Prof. EISENMENGER antwortete selten und wenig, eher mit ernster Miene und mit einem leichten Kopfnicken. Sie haben nicht bemerkt, dass ich sie beobachtet habe, ich war doch die meiste Zeit zu sehr mit meinen schriftlichen Notizen beschäftigt.

Plötzlich, spürten sie, dass wir beide starrten frustriert sie an, aber es war zu spät. Unsere Blicke trafen sich, wir sahen uns sehr kurz in die Augen. Ihre Köpfe fuhren auseinander, ganz verwirrt. Ich hatte den Eindruck, sie fühlten sich, bei was auch immer, ertappt. Heute wir wissen, worüber sie geredet hatten. Dem Professor war es peinlich, Julia WEINMANNs Mundwinkel zogen sich für einen kurzen Moment voller Hass nach unten.

15.6     Die Befragung von Frau Grazyna Smaluch.

Danach folgte die Befragung.

15.6.1  Die richterliche Befragung von Frau Grazyna Smaluch. Die Fußtritte gegen den Kopf bzw. Gesicht.

Rückblende:  Aus den Akten geht hervor, dass Frau SMALUCH sich selbst, nachdem die körperliche Auseinandersetzung zwischen ihrem Ehemann und uns begonnen hatte, Richtung Ausgang der Tiefgarage begeben hatte um Hilfe zu holen. Sie hatte die Tritte gegen ihren am Boden liegenden Ehemann nicht selbst genau beobachten können (Siehe Unterlage 089, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S. 33 und Unterlage 086A, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S. 13).

Die Richterin Dr. Taucher fragte sie ob sie etwas wahrgenommen hatte oder nicht. Grazyna SMALUCH gab erstaunlicherweise an, dass sie die Fußtritte gegen ihren am Boden liegenden Ehemann Roman nicht gesehen hatte. Wir waren überrascht, doch Vorsicht: Die Falle lauerte natürlich da, wo wir sie gar nicht erwartet haben: Beim Knien auf dem Brustkorb (Siehe Abschnitt 16.8 und 21.5).

15.6.2  Die Befragung durch die Verteidigung (Franz J. Erlmeier). Die Faustschläge & das Festhalten an Roman Smaluchs Jacke.

Jetzt war der Verteidiger meiner Frau an der Reihe. RA Franz J. Erlmeier nutzte die Gelegenheit und fragte eindringlich Grazyna SMALUCH ob sie uns überhaupt gesehen hatte, als wir ihren Ehemann Roman geschlagen und getreten hatten und ob tatsächlich meine Frau Kinga hatte ihn an seiner Jacke von hinten gepackt, ihm teilweise an den Armen runter gezogen und an der Jacke festgedrückt, so dass er nicht fähig gewesen war, seine Arme zu bewegen und sich vor den Schlägen zu verteidigen und am Ende an der Jacke zu Boden gezogen.

Frau SMALUCH antwortete ohne lange zu überlegen, dass sie uns nicht gesehen hatte. Richterin Dr. Tauscher, fragte sie warum sie behauptet und geschrieben hatte (Siehe Unterlage 086A, Az: 851 Ds 263 Js 224834/14, S. 13), dass sie uns gesehen hatte (Siehe Abschnitt 15.4.2). Frau SMALUCH antwortete, dass sie missverstanden wurde. Sie meinte, dass sie das erzählt und geschrieben hatte, was ihr Ehemann so durchlebt hatte. Sie hatte gegenüber der Richterin das ohne Wenn und Aber zugegeben, aber sprach darüber, fast als ob das vollkommen selbstverständlich wäre.

Wir freuten uns trotzdem. Leider zu früh gefreut…

15.6.3  Die richterliche Befragung von Frau Smaluch: Meine Schuhe.

Danach fragte Richterin Dr. Ines Tauscher Grazyna SMALUCH, welche Schuhe ich in der Tiefgarage getragen hatte. Sie antwortete, dass ich sportliche, schwarze Schuhe getragen hatte.  Aber woher wusste sie, welche Schuhe ich getragen hatte? Sie hat doch zugegeben, dass sie hatte die Fußtritte gegen ihren am Boden liegenden Ehemann Roman nicht gesehen (Siehe Abschnitt 15.6.1). Ganz einfach, aus der Akteneinsicht (Siehe Abschnitt 6.2).

15.6.4  Mark Nibbe. Null mal Null ist Null und bleibt Null. 

Die Richterin wandte sich an den Staatsanwalt SOHN und die Nebenklagevertreterin RAin Julia WEINMANN und fragte ob sie der Zeugin SMALUCH Fragen stellen möchten. Aber es gab keine Antwort. Selbstverständlich nicht. Danach wandte sich an die Verteidigung insb. an RA NIBBE. RA Franz J. Erlmeier antwortete kurz, dass er keine Fragen stellen wird. Ich war ein bisschen enttäuscht, aber schon damals wusste, dass nur er ganz in unserem Interesse handelte und noch dazu im Alleingang ohne jegliche Unterstützung seitens meiner „Verteidiger“ NIBBE war ihm demnach nicht leicht. RA Erlmeier hatte eigentlich genug getan, um seiner Verantwortung als Verteidiger meiner Ehefrau Kinga gerecht zu werden. Vielleicht nicht übergenug aber sicher genug. Rein objektiv gesehen, die vielen Widersprüche (Siehe Abschnitt 15.1.10 und 15.6.2), die er bei der Befragung der Belastungszeugen aufdecken konnte, mussten für meine Frau Kinga mit einem Freispruch enden.

NIBBE schwieg. Er versprach mir die Glaubwürdigkeit der Zeugin, Frau SMALUCH in Frage stellen. Es handelte sich jetzt vor allem um das Knien auf dem Brustkorb (Siehe Kapitel 3), diese Behauptung war mit den vorliegenden Zeugenaussagen nicht zusammenpassend. NIBBE schwieg. Schweigen kann verhöhnen. Ich drehte mich auf dem Sitz herum und sah RA Mark NIBBE an. Aber er reagierte nicht, er faltete nur ein Stück bedruckten Papiers Kante auf Kante und knickte die Ecken um. Ist doch ganz einfach: Selbst der neutralste Richter hilft nicht, wenn der Verteidiger die Glaubhaftigkeit der falschen Zeugenaussagen nicht ansatzweise hinterfragt.

Richterin hinterfragte weiter die fragwürdigen Aussagen der problematischen Zeugin nicht. Durch ihre Neutralität und kein schädliches Verhalten, hat sich sehr viel zu unseren Gunsten geklärt. Aber mehr war nicht ihre Aufgabe. Dies wäre mit den vom Richter zu wahrenden Geboten der Neutralität und Gleichbehandlung nicht vereinbar. Schließlich war sie mit Frau SMALUCH fertig und sie konnte den Zeugenstand nahezu selbstbewusst verlassen.

Damit wurde die Zeugenvernehmung beendet.

15.7     Die Pause. Mark Nibbe ging frische Luft zu schnappen.

Das Gericht ordnete eine Pause an. Ich wollte NIBBE was fragen, eigentlich gar nicht streiten  oder z. B. ihm eine Szene machen. Ich wollte ihm signalisieren, dass die Beweisaufnahme nicht nach Plan verlief. Ich wollte die Tonaufnahme abspielen, und beweisen, dass Frau SMALUCH, nachdem die körperliche Auseinandersetzung zwischen ihrem Ehemann Roman und uns begonnen hatte, anfänglich gar nicht Richtung Ausgang der Tiefgarage um Hilfe zu holen begeben. Sie war frühestens nach 2 Minuten nachdem die körperliche Auseinandersetzung  begonnen hatte, Hilfe holen gegangen und genau gesagt, nach dem Ende der körperlichen Auseinandersetzung und nachdem als wir die Tiefgarage durch die Kellertür verlassen hatten (Siehe Abb. 2.27 und Abb. 3.2). Auf der Tonaufnahme hört man Frau SMALUCH in nächster Nähe u.a. schreien, noch eine knappe Minute später nach dem Beginn der körperlichen Auseinandersetzung.

Ich drehte mich wieder auf dem Sitz herum aber bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, stand NIBBE schnell auf und ging in Richtung Fenster weg. Er öffnete das Fenster und ließ frische Luft herein. Draußen brach bereits die Dämmerung herein. Zwischenzeitlich tröstete ich meine Frau, die sich unentwegt Sorgen um uns machte. Ich fragte den Anwalt meiner Frau, Franz Erlmeier, wie sieht es jetzt für uns aus. Er antwortete mir, dass für uns so wie es ist, ist es schon gut. Nach mehr fragte ich nicht. Ich war zu scheu, um mit ihm zu sprechen. Ich wusste nicht, was NIBBE und WEINMANN ihm über uns erzählt hatten (Siehe Abschnitt 7.9 und 7.10).

Während der Pause die Anwälte sollen alle Wünsche, Anregungen und Probleme mit den Mandanten besprechen und gemeinsam Handlungsperspektiven erarbeiten. Ja, ich sah z. B. die Nebenklagevertreterin RAin WEINMANN wie sie mit den Mandanten SMALUCH gesprochen hat. Mark NIBBE spazierte bis Ende der Pause vor den Fenstern bzw. breitbeinig, mit dämlichen Gesicht stand er da und schaute in die Ferne. Das erzeugte ein ganz ungutes Gefühl in mir. RA Erlmeier schaute auf ihn wie auf einen Außerirdischen.

Nachdem die Pause beendet ist, kam NIBBE zurück. Ich fragte ihn, wann wir mit der Tonaufnahme beginnen würden. Er antwortete mir, dass der gerichtsmedizinische Sachverständige sein Gutachten (Siehe Kapitel 16) vortragen wird…

Advertisements